Schmetterlinge zählen

Die Schönheit und Empfindlichkeit von Schmetterlingen zeigen uns die Vielfalt
der Natur. Weltweit begeistern sich Menschen für ihre Artenvielfalt und beobachten
Schmetterlinge. Mach mit und lerne dadurch wichtige Zusammenhänge
über den Zustand der Natur.
Hast du Freude daran, regelmäßig Zeit im Grünen zu verbringen und dabei gerne
etwas zum Insektenschutz beizutragen? Gemeinsam mit anderen Leipziger*
innen wollen wir gezielt Lebensräume für Schmetterlinge schaffen und ihr
Vorkommen systematisch beobachten.
Wer kann mitmachen? Alle interessierten Leipziger*innen sind herzlich eingeladen!

  1. Finde den passenden Ort

Such dir einen passenden Ort für
die Beobachtungen aus – ein eigener
Garten, dein Lieblingsort im Park
oder ein grüner Hinterhof eignen sich
zum Beispiel gut.

2. Beschreibe den Ort

Melde dich auf unserer Webseite an
und registriere den Ort. Wie groß ist
die Fläche, (wie) ist sie begrenzt, welche
Pflanzen findest du hier?

3. Finde Schmetterlinge

Wenn es nicht regnet und es warm
genug ist (über 17° C) und nicht zu
windig, besuche deinen gewählten
Ort und nehme dir 15 Minuten Zeit
für die Beobachtung.

Nun zähle alle Schmetterlingsarten, die du siehst – unsere Bestimmungshilfe
gibt eine Übersicht der Schmetterlingsarten, die wir hier beobachten können.
Wenn eine Art mehrfach vertreten ist, zähle die maximale Anzahl an Schmetterlingen,
die du gleichzeitig siehst. So kannst du verhindern, dass du denselben
Schmetterling mehrmals zählst. Deine Beobachtungen kannst du entweder in
unserem analogen Erfassungsbogen notieren oder in dieser App festhalten. Idealerweise
solltest du hier im Sommer (von April bis September) etwa wöchentlich,
oder wenigstens zweiwöchentlich Schmetterlinge zählen.

Schachbrettfalter © Erk Dallmeyer

Einen VielFalterGarten anlegen

Ein schmetterlingsfreundlicher Garten ist vielfältig, bunt und bietet verschie-
densten Faltern und ihren Raupen Nahrung und Schutz. Auch viele andere In-
sekten profitieren von den folgenden Gestaltungsideen.
Dies ist wichtig für einen VielFalterGarten

Lass Wildnis zu

Wildblumenbeete/ -wiesen sind die
einfachste Art und Weise, Lebens-
raum für Schmetterlinge zu schaf-
fen. Die Wildblumen eignen sich her-
vorragend als Nektarpflanzen der
ausgewachsenen Falter und dienen
gleichzeitig als Futterplatz der Rau-
pen. Saatmischungen und schmet-
terlingsfreundliche Stauden können
überall erworben werden.
„Unkraut“?! Auch Brennnesseln
sind wichtige Pflanzen für Schmet-
terlinge. Die Falter legen ihre Eier
auf ihnen ab und dienen dann als
Fraßpflanzen für die Raupen. Die
Raupen des Admirals, kleinen Fuchs‘
und Landkärtchens sind auf die
Brennnessel angewiesen. Auch Dis-
teln sind Nahrungsquellen für zahl-
reiche Arten.
Lass Fallobst, -laub und Reisighau-
fen liegen. Im Laub und Reisig finden
die Schmetterlinge verpuppt oder
als Falter einen Unterschlupf für das
Überwintern. Überreifes Obst dient
im Herbst als Nahrungsquelle, wenn
die meisten Pflanzen verblüht sind

Schmetterlingspflanzen wachsen
am besten auf magerem, nähr-
stoffarmen Boden

Schmetterlingspflanzen eignen sich
also perfekt für Teile des Gartens,
welche einen nährstoffarmen Boden
haben.

Finger weg von torfhaltiger Erde

Der Torfabbau für handelsübliche
Erde zerstört Biotope, in welchen
auch Schmetterlinge ihren Lebens-
raum finden. Dabei werden Moore
trockengelegt und seltene Lebens-
räume gehen dadurch verloren.
Wichtige CO2-Senken werden dau-
erhaft zerstört und somit trägt der
Torfabbau zum Klimawandel bei.

Achte auf Blütenfarbe, -zeit und -form

Sind die Blüten gefüllt, kommen die
Schmetterlinge nicht mehr an den
Nektar, achte deshalb auf eine offene
Blütenform.
Besonders blaue, rote und violette
Blüten sind bei den Tagfaltern heiß
begehrt. Pflanzt du also Phlox, Wie-
sen-Witwenblume oder Rotklee, wer-
den die Schmetterlinge nicht lange
auf sich warten lassen.
Es lohnt sich auch, auf die Blütezeit
der Pflanzen zu achten. Wenn vom
Frühjahr bis in den Herbst immer et-
was blüht, sind die Schmetterlinge
mit ausreichend Nektar versorgt

Vermeide Kahlschlag von Hecken

Hecken und Gebüsche sind wich-
tige Elemente eines VielFalterGar-
tens. Sie dienen als Ruheplätze für
Falter, Raupen, Eier und Puppen.
Einheimische Sträucher eignen sich
besonders gut für die Anlage von
schmetterlingsfreundlichen Hecken.
Die richtige Auswahl der Sträucher
garantiert ausreichend Nahrung für
Falter und Raupen. Geeignet sind
beispielsweise Faulbaum und Kreuz-
dorn. Die Raupen des Zitronenfalters
lieben Schlehen, die des C-Falters
bevorzugen den Haselbaum. Es emp-
fiehlt sich, auch im Winter den Gar-
ten nicht vollkommen zu räumen,
einige Stängel, Laub- und Reisighau-
fen dürfen gerne stehen bleiben.
Bevorzuge freiwachsende Laubhe-
cken anstelle einer in Form geschnit-
tenen Thuja-Hecke, die den Faltern
keinerlei Nahrung bietet

Vermeide Schädlingsbekämpfungsmittel und Kunstdünge

Dies ist ein wichtiger Schritt zu ei-
nem VielFalterGarten. Syntheti-
sche Schädlingsbekämpfungsmittel
können die Raupen töten und wir-
ken auch oft gegen ausgewachse-
ne Falter. Ebenso können syntheti-
sche Dünger und Torfprodukte für
Schmetterlinge giftige Stoffe enthal-
ten.

Richte Wärmeinseln wie Trockenmauern ein

Um fliegen zu können, müssen
Schmetterlinge sich erst in der Son-
ne aufwärmen. Denn erst ab einer
bestimmten Temperatur haben sie
genügend Auftrieb, um sich in die
Lüfte zu erheben. Deshalb sind Tro-
ckenmauern bei den Faltern beliebt
um sich zu sonnen. Und dabei hast
du die Chance, die schönen Falterflü-
gel zu betrachten.

Pflanze heimische Arten

Schmetterlinge meiden exotische
Zierpflanzen, da ihre Blätter für die
einheimischen Raupen wertlos oder
sogar giftig sein können. Die heimi-
schen Arten dagegen dienen den Fal-
tern nicht nur als Nektar-, sondern
auch den Raupen als Fraßpflanzen.
Rasenflächen schneller aus!

Starte einen Kräutergarten und lass Kräuter blühen

Gartenkräuter wie Zitronenmelisse,
Thymian, Minze oder Lavendel sind
perfekte Nektarpflanzen für Schmet-
terlinge. Die Kräuter sollten unbe-
dingt blühen, damit die Falter auch
Zugang zu ihrem Nektar haben

Mähe sparsam und unregelmäßig

Auch hier gilt: Wildnis zulassen.
Kahle Rasenflächen bieten keine
Lebensräume für Insekten. Es emp-
fiehlt sich, das Gras sparsam zu mä-
hen, um den Lebensraum der Raupen
und Falter nicht zu verringern und
im Mähprozess Raupen oder Eier zu
vernichten. Blumenrasen sind tolle
Alternativen – Blühinseln aus Marga-
riten oder anderen Wildblumen kön-
nen zwischen dem gemähten Rasen
für Lebensraum sorgen. Auch zeit-
versetztes Mähen hilft den Schmet-
terlingen, da immer ein Teil ihres
Lebensraumes erhalten bleibt. Au-
ßerdem trocknen kahl gemähte

Zitronenfalter © Erk Dallmeyer

E-Mail-Verteiler

Der VielFalterGarten-Emailverteiler informiert alle schmetterlingsinteressierten Leipziger*innen über Neuigkeiten und Veranstaltungen und bietet Raum für Vernetzung. Sobald ihr im Verteiler eingetragen seid, könnt ihr euch auch mit schmetterlingsrelevanten Fragen an den Verteiler wenden oder selbst Infos teilen. Bei Fragen zum Verteiler oder über das VielFalterGarten-Projekt schreibt uns auch gerne.

E-Mail:

Rotklee-Bläuling © Erk Dallmeyer

Statistik


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durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz