Kleiner Fuchs © Rosemarie Kappel

Schmetterlinge zählen und das Anlegen eines Gartens

Die Schönheit und Empfindlichkeit von Schmetterlingen zeigen uns die Vielfalt
der Natur. Weltweit begeistern sich Menschen für ihre Artenvielfalt und beobachten
Schmetterlinge. Mach mit und lerne dadurch wichtige Zusammenhänge
über den Zustand der Natur.
Hast du Freude daran, regelmäßig Zeit im Grünen zu verbringen und dabei gerne
etwas zum Insektenschutz beizutragen? Gemeinsam mit anderen Leipziger*
innen wollen wir gezielt Lebensräume für Schmetterlinge schaffen und ihr
Vorkommen systematisch beobachten.
Wer kann mitmachen? Alle interessierten Leipziger*innen sind herzlich eingeladen!

  1. Finde den passenden Ort

Such dir einen passenden Ort für
die Beobachtungen aus – ein eigener
Garten, dein Lieblingsort im Park
oder ein grüner Hinterhof eignen sich
zum Beispiel gut (Schaut auf die VielFalterKarte und sucht dir einen Ort wo es noch nicht gezählt wird).

2. Beschreibe den Ort

Melde dich auf unserer Webseite an
und registriere den Ort. Wie groß ist
die Fläche, (wie) ist sie begrenzt, welche
Pflanzen findest du hier?

3. Finde Schmetterlinge

Wenn es nicht regnet und es warm
genug ist (über 17° C) und nicht zu
windig, besuche deinen gewählten
Ort und nehme dir 15 Minuten Zeit
für die Beobachtung
.

Nun zähle alle Schmetterlingsarten, die du siehst – unsere Bestimmungshilfe gibt eine Übersicht der Schmetterlingsarten, die wir hier beobachten können. Wenn eine Art mehrfach vertreten ist, zähle die maximale Anzahl an Schmetterlingen, die du gleichzeitig siehst. So kannst du verhindern, dass du denselben Schmetterling mehrmals zählst. Deine Beobachtungen kannst du entweder in unserem analogen Erfassungsbogen notieren und hochladen oder in dieser App festhalten. Du kannst deine Beobachtungen im MeinVielFalterGarten übersichtlich einsehen. Idealerweise solltest du hier im Sommer (von April bis September) etwa wöchentlich, oder wenigstens zweiwöchentlich Schmetterlinge zählen.

Hast du noch Fragen? Brauchst du noch Unterstützung mit der App bzw. mit den Zählungen? Weißt nicht so richtig wo du zählen kannst? Schreibe uns gerne an und wir helfen dir! Oder kommt in unseren gemeinsamen Telegram (“VielFalterGarten”) bzw. Signal-Raum! Fragt einfach nach info(at)vielfaltergarten.de

Schachbrettfalter © Erk Dallmeyer

Einen VielFalterGarten anlegen

Ein schmetterlingsfreundlicher Garten ist vielfältig, bunt und bietet verschiedensten Faltern und ihren Raupen Nahrung und Schutz. Auch viele andere Insekten profitieren von den folgenden Gestaltungsideen. Dies ist wichtig für einen VielFalterGarten. Es werden auch Beratungen zu schmetterlingsfreundlichen Gärten angeboten.

Mache außerdem bei unserer aktuellen Umfrage mit, welche fragt wie naturverbunden bist du?

Lass Wildnis zu

Wildblumenbeete/ -wiesen sind die einfachste Art und Weise, Lebensraum für Schmetterlinge zu schaffen. Die Wildblumen eignen sich hervorragend als Nektarpflanzen der ausgewachsenen Falter und dienen gleichzeitig als Futterplatz der Raupen.

Saatmischungen und schmetterlingsfreundliche Stauden können überall erworben werden. „Unkraut“?! Auch Brennnesseln sind wichtige Pflanzen für Schmetterlinge. Die Falter legen ihre Eier auf ihnen ab und dienen dann als Fraßpflanzen für die Raupen. Die Raupen des Admirals, kleinen Fuchs‘ und Landkärtchens sind auf die Brennnessel angewiesen. Auch Disteln sind Nahrungsquellen für zahlreiche Arten.

Lass Fallobst, -laub und Reisighaufen liegen. Im Laub und Reisig finden die Schmetterlinge verpuppt oder als Falter einen Unterschlupf für das Überwintern. Überreifes Obst dient im Herbst als Nahrungsquelle, wenn die meisten Pflanzen verblüht sind

Schmetterlingspflanzen wachsen
am besten auf magerem, nähr-
stoffarmen Boden

Schmetterlingspflanzen eignen sich also perfekt für Teile des Gartens, welche einen nährstoffarmen Boden haben.

Finger weg von torfhaltiger Erde

Der Torfabbau für handelsübliche Erde zerstört Biotope, in welchen auch Schmetterlinge ihren Lebens- raum finden. Dabei werden Moore trockengelegt und seltene Lebensräume gehen dadurch verloren. Wichtige CO2-Senken werden dauerhaft zerstört und somit trägt der Torfabbau zum Klimawandel bei.

Achte auf Blütenfarbe, -zeit und -form

Sind die Blüten gefüllt, kommen die Schmetterlinge nicht mehr an den Nektar, achte deshalb auf eine offene Blütenform. Besonders blaue, rote und violette Blüten sind bei den Tagfaltern heiß begehrt. Pflanzt du also Phlox, Wiesen-Witwenblume oder Rotklee, werden die Schmetterlinge nicht lange auf sich warten lassen.

Es lohnt sich auch, auf die Blütezeit der Pflanzen zu achten. Wenn vom Frühjahr bis in den Herbst immer etwas blüht, sind die Schmetterlinge mit ausreichend Nektar versorgt

Vermeide Kahlschlag von Hecken

Hecken und Gebüsche sind wichtige Elemente eines VielFalterGartens. Sie dienen als Ruheplätze für Falter, Raupen, Eier und Puppen. Einheimische Sträucher eignen sich besonders gut für die Anlage von schmetterlingsfreundlichen Hecken.

Die richtige Auswahl der Sträucher garantiert ausreichend Nahrung für Falter und Raupen. Geeignet sind beispielsweise Faulbaum und Kreuzdorn. Die Raupen des Zitronenfalters lieben Schlehen, die des C-Falters bevorzugen den Haselbaum. Es empfiehlt sich, auch im Winter den Garten nicht vollkommen zu räumen, einige Stängel, Laub- und Reisighaufen dürfen gerne stehen bleiben. Bevorzuge freiwachsende Laubhecken anstelle einer in Form geschnittenen Thuja-Hecke, die den Faltern keinerlei Nahrung bietet

Vermeide Schädlingsbekämpfungsmittel und Kunstdünge

Dies ist ein wichtiger Schritt zu einem VielFalterGarten. Synthetische Schädlingsbekämpfungsmittel können die Raupen töten und wirken auch oft gegen ausgewachsene Falter. Ebenso können synthetische Dünger und Torfprodukte für Schmetterlinge giftige Stoffe enthalten.

Richte Wärmeinseln wie Trockenmauern ein

Um fliegen zu können, müssen Schmetterlinge sich erst in der Sonne aufwärmen. Denn erst ab einer bestimmten Temperatur haben sie genügend Auftrieb, um sich in die Lüfte zu erheben. Deshalb sind Trockenmauern bei den Faltern beliebt um sich zu sonnen. Und dabei hast du die Chance, die schönen Falterflügel zu betrachten.

Pflanze heimische Arten

Schmetterlinge meiden exotische Zierpflanzen, da ihre Blätter für die einheimischen Raupen wertlos oder sogar giftig sein können. Die heimischen Arten dagegen dienen den Faltern nicht nur als Nektar-, sondern auch den Raupen als Fraßpflanzen. Rasenflächen schneller aus!

Starte einen Kräutergarten und lass Kräuter blühen

Gartenkräuter wie Zitronenmelisse, Thymian, Minze oder Lavendel sind perfekte Nektarpflanzen für Schmetterlinge. Die Kräuter sollten unbedingt blühen, damit die Falter auch Zugang zu ihrem Nektar haben

Mähe sparsam und unregelmäßig

Auch hier gilt: Wildnis zulassen. Kahle Rasenflächen bieten keine Lebensräume für Insekten. Es empfiehlt sich, das Gras sparsam zu mähen, um den Lebensraum der Raupen und Falter nicht zu verringern und im Mähprozess Raupen oder Eier zu vernichten. Blumenrasen sind tolle Alternativen – Blühinseln aus Margariten oder anderen Wildblumen können zwischen dem gemähten Rasen für Lebensraum sorgen. Auch zeitversetztes Mähen hilft den Schmetterlingen, da immer ein Teil ihres Lebensraumes erhalten bleibt. Außerdem trocknen kahl gemähte

Zitronenfalter © Erk Dallmeyer

E-Mail-Verteiler

Der VielFalterGarten-Emailverteiler informiert alle schmetterlingsinteressierten Leipziger*innen über Neuigkeiten und Veranstaltungen und bietet Raum für Vernetzung. Sobald ihr im Verteiler eingetragen seid, könnt ihr euch auch mit schmetterlingsrelevanten Fragen an den Verteiler wenden oder selbst Infos teilen. Bei Fragen zum Verteiler oder über das VielFalterGarten-Projekt oder über den Telegram- (‘VielFalterGarten’) oder Signal-Kanal schreibt uns auch gerne. (info@vielfaltergarten.de)

E-Mail:

Rotklee-Bläuling © Erk Dallmeyer

Statistik


Teilnehmende

412

Beobachtungsorte

230

15-Min-Zählungen

1696

Tagfalter

14200

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durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz