Vom 12. bis 14. November fand im Leipziger KUBUS die PartWiss25-Konferenz unter dem Leitthema „Gemeinsam forschen – Impulse aus Citizen Science, partizipativer und transdisziplinärer Forschung“ statt. In zahlreichen Sessions wurden Projekte, Studien und neue Ideenansätze vorgestellt, die zur Vernetzung und Stärkung von Partizipation in der Wissenschaft beitragen. Forschende und Praktiker:innen diskutierten über Herausforderungen und Potenziale partizipativer sowie transdisziplinärer Forschungsansätze und tauschten wertvolle Erfahrungen aus.
Auch VielFalterGarten war – neben vielen weiteren spannenden Citizen-Science-Projekten – auf der Konferenz vertreten.
Dr. Stefanie Henkel präsentierte VielFalterGarten und das EU-Projekt UNP+ in einem Vortrag und gab dabei spannende Einblicke in bisherige Erfahrungen, zentrale Erkenntnisse und zukünftige Perspektiven. Ihr Beitrag stieß eine lebhafte Diskussion an, unter anderem zur langfristigen Verstetigung von Citizen-Science-Projekten und dazu, wie deren Ergebnisse nachhaltig in Forschung und Gesellschaft verankert werden können.
Citizen-Science-Projekte wie VielFalterGarten zeigen eindrucksvoll, welchen Beitrag engagierte Bürgerinnen und Bürger zur Generierung wissenschaftlicher Erkenntnisse leisten können – Erkenntnisse, die eine wichtige Grundlage dafür bilden, Veränderungen in der Welt anzustoßen und gemeinsam Wirksamkeit zu entfalten.
Foto: © PartWiss 25, Stefan Schacher

Beim Botanischen Salon zum Thema „Citizen Science und Artenschutz im Garten“ mit rund 20 Teilnehmenden wurden die Bürgerwissenschaftsprojekte „BioBlitz“ des Botanischen Garten Leipzig sowie „GartenDiv“ und„Vielfaltergarten“ des iDiv vorgestellt.
In der daran anschließenden Diskussion stand die Förderung der Artenvielfalt in Privat- sowie Kleingärten im Mittelpunkt. Dabei wurde vermehrt deutlich, dass unterschiedliche Ansätze zur Gartengestaltungdurchaus koexistieren können, wenn das gemeinsame Ziel von mehr Biodiversität im Vordergrund steht.
Es wurde betont, dass bereits ein kleiner Teil des Gartens ausreichen kann, um wertvollen Lebensraum für viele Arten zu schaffen. Wenn etwa zehn Prozent der Fläche insektenfreundlich gestaltet werden wie zum Beispiel durch heimische Pflanzen, wilde Ecken oder ein angepasstes Mähregime, bei dem bestimmte Bereiche seltener oder versetzt gemäht werden, kann dies bereits einen wichtigen Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt leisten.
Das Treffen zeigte deutlich, dass sich durch Austausch, Engagement und gemeinsames Handeln Biodiversität auch im kleinen Maßstab wirkungsvoll fördern lässt.
Mit 48 Teilnehmenden, die an diesem Abend durch ausgehändigte Forschungspässe selbst zu Forschenden wurden, stand der Botanische Salon am 28. Oktober 2025 ganz im Zeichen des Nachdenkens über Verlust, Verantwortung und Wandel.
Zu Beginn stellten Rainer Totzke (alias Kurt Mondaugen) und Dorit Löffler ihr Projekt „Vom Verschwinden“ vor, gefolgt von Guy Pe’er mit dem „VielFalterGarten“. Diese Impulse gaben den Anstoß zu einer spannenden Diskussion über Trauer, Politik, Aktivismus, Kunst und Poesie.
Das Publikum brachte zudem eigene Forschungsfragen ein, etwa:
„Warum haben so viele Menschen Angst vor Insekten?“
„Welche Eigenschaft eines Schmetterlings müssten sichPolitiker aneignen, um Menschen zu bewegen?“
Auch Fragen nach möglichen Lösungsansätzen wurden diskutiert. Von veganer Lebensweise über solidarische Landwirtschaft bis hin zu bewusstem Konsum.Dabei sta
nd immer wieder die zentrale Frage im Raum, ob die Verantwortung für das „Verschwinden“ tatsächlich beim Individuum liegt oder ob nicht vielmehr strukturelle Veränderungen in Wirtschaft und Politik notwendig sind.
Mit den besten Voraussetzungen Schmetterlinge beobachten zu können, trafen wir uns kurz vor Mittag im Stünzer Park mit der Schulklasse der Wilhelm-Busch-Schule, um gemeinsam den Lebensraum Wiese und seine tierischen Bewohnernäher kennenzulernen.
In kleinen Gruppen und gut ausgerüstet mit Keschern sowie Bestimmungs- und Beobachtungsbögen starteten die Schüler*innen mithilfe der VielFalterGarten App die 15-minütige Schmetterlingszählungin denvier Lebensräumen Wiese, Rasen, Wald und Hundewiese.
Es wurden unter anderem mehrere Kleine Kohlweißlinge, Hauhechel-Bläulinge und sogar ein Eichhörnchen und die in Deutschland immer häufiger anzutreffende Europäische Gottesanbeterin bestimmt.
Die Exkursion bot spannende Begegnungen mit heimischen Faltern und von Guy Pe’er vermittelte, wertvolle Einblicke in die Bedeutung vielfältiger Lebensräume.






